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Limmattaler Zeitung, 07. Oktober 2011 – Erfolgsmodell Hahnenburger

Wasser Mit dem Konsum von Leitungswasser Gutes tun – ei- ne Formel, die Wirte und Gäste überzeugt. Aber nicht alle. VON SANDRA HOHENDAHLTESCH 890 Millionen Liter Mineralwasser konsumieren die Schweizer jährlich. Obwohl das hiesige Leitungswasser von einwandfreier Qualität ist, wird gerade im Restaurant das Wasser aus der Flasche meist bevorzugt. «Auch in ökologischer Hinsicht unverständlich», befand der Liechtensteiner Andreas Batliner und rief vor einem Jahr «ZH2O drink & donate» ins Leben. Die Idee: Wer in einem Lokal Hahnenburger anstatt Mineralwasser bestellt, soll für einen halben Liter drei Franken bezahlen. Zwei Drittel fliessen in die Kasse des Gastrobetriebs, ein Drittel kommt Hilfswerken zugute, die Menschen in Entwicklungsländern nachhaltig zu sauberem Trinkwasser verhelfen. 65 Betriebe waren von der Idee sogleich angetan und haben sich dem neu gegründeten, gemeinnützigen Verein mit Sitz in Zürich angeschlossen. Unter ihnen die drei bekannten Lokale «Hiltl», «Maison Blunt» und «Tres Kilos». Ihrem Beispiel sind zahlreiche Wirte gefolgt. In Winterthur etwa das Casino-Theater und die Akazie. «Die Zahl der Restaurants, in denen ZH2O züriwasser bestellt werden kann, hat sich beinahe verdoppelt», bilanzierte Präsident Batliner an der Medienkonferenz im Kongresshaus. 86 078 Franken konnte er an die Hilfswerke Helvetas, Swiss-waterkiosk und Skat Fondation überreichen. Die Zahlen belegen: Das Projekt ist ein Erfolgsmodell. Beigeistert sind aber nicht alle. Dass Leitungswasser nicht gratis abgegeben wird, stösst vielen Konsumenten sauer auf und wird von verschiedenen Seiten immer wieder heftig kritisiert.

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